Die Historie

Geistliche seit 1320 bis heute

Im Jahr 1295 gründete der König Wenzel II. die Stadt Plzeò. Die neue Stadt wurde vorher vom Lokator Heinrich trassiert. Da war die ursprüngliche Stadt Plzeò, heute Starý Plzenec (Alt-Pilsenetz), nicht mehr schutz – und verteidigungsfähig. Die neu gegründete Stadt bekam den Namen Nová Plzeò (Neu-Pilsen). Gleichzeitig mit der Gründung der Stadt begann man die St.Bartholomäus­kirche und zwei Klöster zu bauen. Ein Kloster war für die Franziskaner und eins für die Dominikaner gedacht.

Zur ursprünglichen Pfarrkirche wurde die romanische Allerheiligenkirche in der Gemeinde Malice, wo schon vor der Gründung der Stadt ein reges Leben herrschte. Noch lange Jahre nach dem Aufbau der St. Bartholomäuskirche wurde die Allerheiligenkirche als „Mutter“ der städtischen Kirchen betrachtet. Zur Pfarrkirche wurde die St.Bartholomäus­kirche im Jahr 1322 und die Allerheiligenkirche war weiterhin eine Filialkirche. Beide Kirchen wurde auf Grund des Erlasses des Königs Johannes von Luxemburg dem Deutschen Ritterorden, der hier für die Seelsorge bis zum Jahr 1546 sorgte, übergeben.

Zum ersten Mal wird die St. Bartholomäuskirche am 2. Mai 1307 erwähnt. Da hatte der Pilsner Bürger Wolfram Zwillinger der Kirche seine Dörrhütte und Mälzerei übereignet. Es ist gleichzeitig der erste Bericht darüber, dass in der Kirche schon die heilige Messe gefeiert wurde, wenn auch der Bau längst noch nicht fertig war.

Weiter wird noch der Pfarrer von Pilsen Nicolas Fridlinov im Jahr 1320 erwähnt, der wahrscheinlich weltlicher Pfarrer war. In der Folgezeit gab es in der Stadt Pfarrer aus dem Deutschen Ritterorden. Die waren auch als Prediger, Kapläne und am Altar tätig. In der Pfarrkirche wurden nach und nach neue Stellen errichtet, schließlich gab es hier 6 bis 10 Priester. Der Deutsche Ritterorden sorgte auch für das St. Maria Magdalena Spital, das 1320 von Konrád aus Dobøany errichtet wurde, hinter den Stadtmauer lag und mit verschiedenen Spenden und Nachlässen finanziert wurde. Die kleine Kirche im Spital wurde am Ende des 18. Jahrhunderts unter der Regierung Josef II. aufgehoben und demoliert.

Die Pfarrkirche gewinnt in kommender Zeit verschiedene Privilegien, z.B. 1325 erteilte Jakob, der Bischof von Moketem und Stephan, Bischof von Verner wahrscheinlich auf Wunsch von Johannes IV, dem Prager Bischof Ablässe allen, die in Pilsen die St. Bartholomäuskirche am Bartholomäustag und während einiger anderer Feiertage besuchten. Am 5.Februar 1390 genehmigte der römische Papst Bonifacius weitere Ablässe für diejenige, die an der Fronleichnamfeier teilnehmen.

Im Jahr 1419 wirkte hier der Prediger Václav Koranda, dem es gelang eine Partei der Pilsner dazu zu bewegen, dass die Stadt an Jan Žižka übergeben wurde, aber schon im kommenden Jahr kam wieder das Herr des Königs in die Stadt. Seit dieser Zeit beherrschte die Stadt die katholische Partei und schützte sie auch vor Angriffen der Hussiten, die die Stadt mehrmals belagerten (1421, 1427, 1431 und 1433). Besonders bedeutend ist die Belagerung der Stadt in Jahren 1433–34, als die Pilsener die Stadt vor sechsunddreißig tausend Hussiten unter der Führung von Prokop dem Großen und Jan Èapek ze Sán verteidigen konnten. Wie Antonín Podlaha schreibt: “Groß war der Ruhm, den die Pilsner durch ihre Tapferkeit zu Hause und auch im Ausland erworben haben“. In den Stadtwappen stellten die Pilsner einen Elefanten, der an den Angriff des feindlichen Lagers erinnern sollte, denn dabei gewannen die Pilsner diese außerordentliche Beute. Die Pilsner haben dann jedes Jahr ostentativ das Jubiläum ihres Sieges als „Neues Pilsner Fest“ gefeiert.

Bei Streitigkeiten zwischen dem Papst Paul II. und den König Jiøí z Podìbrad in der Hälfte des 15. Jahrhunderts ergriff die Stadt Plzeò Partei für die Katholiken. Dafür genehmigte der Papst im Jahr 1446 in den Stadtwappen zwei goldene Schlüssel aufzunehmen, ein Zeichen dafür, dass er mit den Pilsnern für ihre Beständigkeit auch den päpstlichen Wappen teilen möchte (die Schlüssel des Heiligen Petrus).

In den Jahren 1448 – 1453 und dann noch einmal 1467 – 1478 zog das Prager Metropolitankapitel nach Pilsen. Einer der Kanoniker hatte das Amt des Erzdiakonen inne, gleichzeitig war die Stadt Wirkungsbereich eines Erzdiakonen und des Pilsner Pfarrers aus dem Deutschen Ritterorden. Im Jahr 1534 erteilte der päpstliche Legat Petr Pavel Vergerius dem Pfarrer von Pilsen Matthäus Švihovský und seinen Nachfolgern das Recht innerhalb der Stadt in der Pfarrkirche an Sonn- und Festtage die Mitra zu tragen, also einen Hirtenstab, Handschuhe, den Ring, Schuhe und andere Pontifikalabze­ichen. Diese Pfarrer durften dann nach der heiligen Messe und anderen Zeremonien den Pontifikalsegen spenden. Nach dem Tod von Matthäus Švihovský im Jahr 1546 erteilte der Kaiser Ferdinand der Pilsner Gemeinde das Recht auf die Kirche, das bisher der Deutsche Ritterorden innehatte. Seitdem wurden zu Pfarrern weltliche Priester bestellt. Nach dem Erreichen der Pontifikalien wurden die Pilsner Pfarrer meistens als „Prälate“ bezeichnet. Es war üblich, dass zum Pfarrer von Pilsen ein Erzdiakon bestellt wurde, so dass der Titel Erzdechant mit dem Amt des Pilsner Pfarrers verbunden wurde.

Bald nach Ankunft der Gesellschaft Jesu nach Böhmen verhandelte man auch über das Errichten eines Jesuitenkollegiums und der zuständigen Schulen in Pilsen. Die Jesuiten sollten im Kloster der Dominikaner angesiedelt werden, letztendlich kam es jedoch nicht dazu.

In dieser Zeit wurden die treuen Katholiken aus Pilsen sehr anerkannt und vom Apostolischen Stuhl gelobt. Der Papst Gregor WIII. erfuhr aus den Erzählungen des Jesuiten Antonín Possevina mit welcher Sorgfalt und Fleiß die Pilsner ihren katholischen Glauben leben und in Schutz nehmen und spendete ihnen einige vollmächtige Ablässe, was einige Urkunden bestätigen. Der Heilige Vater nahm die Stadt Plzeò in besonderen Schutz des Heiligen Petrus und des Apostolischen Stuhls auf und gestattete den Pilsnern in den Wappen ein Kreuz mit dem Motto „In hoc signo vinces“ und einen Engel, der mit seinem Gewand das ganze Wappenschild schützt, aufzunehmen. Die damalige Frömmigkeit bezeugt auch, dass Ostern 1578 in Pilsen 14.000 Menschen die Kommunion empfangen haben.

In Zeiten des Kaisers Maximilian begann sich diese Situation zu verschlechtern. Nach und nach kamen mehrere Nichtkatholiken in die Stadt, von denen einige als Stadtbürger aufgenommen wurden, trotz der Wachsamkeit der Katholiken gab es immer mehr Protestanten und ein großes Ärgernis erregte 1581 der Pfarrer Fabian, der vom katholischen Glauben zum Protestantismus wechselte.

Schwere Zeiten kamen auf Pilsen zu, als die nichtkatholischen Stände revoltierten. Die schickten nämlich im Herbst 1618 gegen die Stadt Pilsen ein Heer unter Führung von General Mansfeld. Die Stadt verteidigte sich tapfer, es gelang ihr jedoch nicht Mansfeld außerhalb der Stadt zu halten. Am 21. November besetzte das Heer des General Mansfelds die Stadt. Die Stände haben den Protestanten (Kalvinisten) die religiöse Freiheit gegeben. In der St. Bartholomäuskirche fanden kalvinistische Gottesdienste statt, die Franziskaner Kirche wurde zu profanen Zwecken genutzt und aus der Allerheiligenkirche entstand ein Schaffstall. Den Katholiken blieb nur die Dominikanerkirche übrig.

Erst im Jahr 1621 wurde Pilsen von de Feinden befreit. Die Garnison, die hier Mansfeld liegen ließ, übergab die Stadt an das Heer des Kaisers. Um zwei Jahre später weihte der päpstliche Nuncius Karl, Bischof von Averan, die Pilsner Kirchen neu aus.

Kardinal Harrach änderte die Aufteilung seiner Diözese und anstelle von Dechanaten entstanden Vikariate. Das „Erzdechanat“ in Pilsen blieb nur mehr eine ehrenhafte Bezeichnung der St. Bartholomäuspfa­rrei. Es passierte jedoch ziemlich oft, dass aus dem neu entstandenen Pilsner Vikariat oft die Erzdechanten bestellt wurden.

Unter den Kaisern Ferdinand III. und Leopold I. (die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts) diskutierte man in Pilsen über die Gründung eines Bistums. Die Pilsner Bürger, die befürchteten ihr Patronatsrecht so zu verlieren, leisteten jedoch Widerstand.

Die kommenden zwei Jahrhunderte (besonders dann das 19. Jahrhundert) waren im Zeichen einer großen Entwicklung der Stadt. Es wuchs die Industrie, man baute viel und schloss weitere Gemeinden an die Stadt. In dieser Zeit waren wichtige Erzdechanten in der Stadt tätig (T. Kordík, J.Lindauer, A.Hlavan, A. Støízek), die leisteten ihren Beitrag nicht nur im Bereich der Weiterentwicklung des religiösen Lebens, sondern sie trugen auch zur Prosperität und der Bedeutung der Stadt bei.

Das 20. Jahrhundert ist historisch unvollständig und mangelhaft aufgearbeitet. Einen großen Schlag bedeutete für die Stadt der Zweite Weltkrieg, weil ein großer Teil der Stadt ausbombardiert wurde und viele Denkmäler erlitten erheblichen Schäden. Die nächste Katastrophe brachte dann für das geistliche Leben der Stadt und auch für den Zustand der Sehenswürdigkeiten die kommunistische Ära. Besonders zu Beginn der fünfziger Jahre wurden viele Ordensleute aus der Stadt ausgesiedelt (die Dominikaner, Franziskaner, Redemptoristen) und auch die Schulschwestern de Notre Dame. Man brachte sie in wenige Sammelklöster in Böhmen und Mähren. Das christliche Leben ist dank der Aktivität und dem Mut einiger Kapläne von Pilsen nicht verloschen, mit Beschränkungen wurde es weitergeführt. Von großer Bedeutung waren die ganze Zeit hindurch verschiedene Gemeinschaften von Christen, wo hauptsächlich gebetet wurde.

Aber auch Pilsen erlebte das Ende des totalitären Regimes und auch die Gründung des Pilsner Bistums. Dazu kam es am 31.5.1993 auf Grund der Entscheidung des Heiligen Vater Johannes Paul II. Die festliche Bischofsweihe fand am 10. Juli desselben Jahres statt, der erste Bischof von Pilsen wurde Msgr.František Radkovský.